1980: Oktoberfestanschlag – Fake News machen linke Gruppen verantwortlich

Menschenmenge auf Oktoberfest. Foto: Pexels / Pixabay
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Am Haupteingang zum Münchner Oktoberfest explodierte am 26. September 1980 eine Bombe. 13 Menschen starben, 211 wurden verletzt, etliche davon schwer. Auch der Attentäter selbst wurde bei dem Anschlag getötet. Trotz des rechtsextremen Hintergrund des Täters, versuchte die bayerische Staatsregierung linksextremistische Gruppen für den Anschlag verantwortlich zu machen.

Bereits am nächsten Tag gab der bayerische Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß (CSU) dem damaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) eine Mitschuld an dem Attentat: Die Tat zeige, "wohin es kommt, wenn politische Verbrechen entmoralisiert werden". In den letzten Tagen vor der bevorstehenden Bundestagswahl ein durchsichtiges Manöver. 

Rechtsextremer Hintergrund war früh bekannt

Bei dem Täter handelte es sich um Gundolf Köhler. Schnell fand man heraus, dass er Verbindungen zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann hatte. Strauß hatte diese Neonazigruppe jahrelang als Gruppe weniger "Spinner" und "Verrückter" bezeichnet.

Trotzdem war die terroristische Vereinigung von Neonazis nur wenige Monate zuvor verboten worden. Strauß nannte das Verbot unverhältnismäßig und sah keine Gefahr von Anschlägen aus diesem Umfeld. Der bayerische Innenminister Gerold Tandler hatte von einer "Schattengefahr" gesprochen. 

Ein Einzeltäter? 

Trotz intensiver Ermittlungen konnte eine Beteiligung Dritter bis heute nicht bewiesen werden. Die These, dass Köhler die Tat allein plante und die Bombe selbst zusammengebaut hatte, wies aber eine Reihe von Ungereimtheiten aus. Verschiedene Zeugenaussagen sahen andere Personen direkt vor der Zündung der Bombe, auch wurden keine Spuren von Bombenmaterialien in der Wohnung Köhlers gefunden. Im Jahr 2014 wurde das Verfahren wieder aufgenommen. 

Quellen