1987: Kein Fake – Hess war wirklich Hess

The wreckage of Rudolf Hess' Messerschmitt Bf 110D
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Rudolf Heß starb 1987 im Gefängnis Spandau. Alles Quatsch behaupten Verschwörungstheoretiker bis heute. Nicht Hitlers Stellvertreter ist gestorben, sondern sein Doppelgänger. 

Rudolf Heß war im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden und hatte sich 1987 im Berliner Gefängnis Spandau das Leben genommen. Nationale Kreise und Verschwörungstheoretiker hielten schon damals die Legende am Laufen, dass Heß auf seinem rätselhaften Flug nach Großbritannien durch einen Doppelgänger ersetzt worden sei.

Angebliche Friedensmission? 

Heß war 1941 mit einem Flugzeug nach Großbritannien geflogen - angeblich, um über einen Friedensschluss zu verhandeln. Mit einem Fallschirm sprang er in der Nähe von Glasgow ab. Der britische Premier Winston Churchill wollte aber nicht einmal eine Dinnerparty unterbrechen, um mit Heß zu sprechen.

Stattdessen wurde Adolf Hitlers Stellvertreter verhaftet. Warum Heß nach Großbritannien flog ist bis heute nicht vollständig geklärt. Hitler selbst sprach von einem "beispiellosen Vertrauensbruch".

Heß wurde ausgetauscht

Seitdem behaupten Verschwörungstheoretiker, dass der britische Geheimdienst Heß gegen einen Doppelgänger austauschte, um seine Ermordung zu vertuschen. Die CIA schickte sogar einen Psychiater nach Spandau, um die Identität des Gefangenen zu bestimmen.

Doch der Fake hielt sich. Analysen der Handschrift, der Stimme und der Gesichtsmerkmale konnten Kritiker nicht überzeugen. Sogar US-Präsident Franklin D. Roosevelt soll an diese Theorie geglaubt haben.

Blutprobe aus dem Jahr 1982 schaffte Klarheit

Erst die DNA-Analyse einer Blutprobe schaffte in den letzten Jahren Klarheit. Der Vergleich mit einem noch lebenden Verwandten zeigte eine Übereinstimmung. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden nicht verwandt sind, liegt bei 0,005 Prozent, schreiben die Forscher um Jan Cemper-Kiesslich von der Universität Salzburg. Doch echte Verschwörungstheoretiker ficht dieses Ergebnis nicht an. Schließlich könne auch eine Blutprobe gefälscht worden sein. 

Quellen