Kinder in Gefahr?

Kind sitzt am Wasser. Foto: Markus Distelrath / Pixabay
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Die Geschichte mit dem weißen Transporter hatten wir im Frühjahr schon mal beschrieben. Seitdem erreichen uns immer mehr Beispiele. Zeit mit der Panikmache mal aufzuräumen. 

Wahrscheinlich steckt nicht einmal böse Absicht dahinter. Aber Falschmeldungen und Gerüchte zu verbreiten ist heutzutage so einfach wie noch nie. Eine harmlose Nachricht kann dabei zu einer bedrohlichen Situation führen. Vor allem besorgte Eltern sind ein dankbares Opfer für Gerüchte aller Art. 

Ein gutes Beispiel

Die Polizei meldete im Juli in Bühl-Vimbuch einen Vorfall. Dort hatte laut Polizeimeldung ein etwa 50-jähriger Mann auf dem Schulweg ein Kind am Schulranzen festgehalten. Dieses riss sich los und rannte weg. Der Mann stieg anschließend in ein dunkles Auto und fuhr davon.

Nach dem Stille-Post-Prinzip wurde die Nachricht jedoch immer weiter verändert und ins Netz gestellt. Plötzlich hieß es, der Mann sei Teil einer Bande, deren Mitglieder sich als Polizeibeamte ausgeben und Kinder in ihre Autos locken. Oder der Ort des Vorfalls wurde nach Rastatt verlegt, sodass beim Polizeirevier zahlreiche Anrufe besorgter Bürger eingingen.

Nichts von alledem sei wahr, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Die Ermittlungen hätten keinerlei Anhaltspunkte für eine Straftat erbracht, auch seien der Polizei keine weiteren, ähnlichen Fälle bekannt.

Absicht oder nicht?

Im Nachhinein ist es nicht festzustellen, ob einzelne Personen bewusst Panik schüren, oder ob Eltern überreagierten. In einigen Fällen werden Ausländer oder Flüchtlinge als Täter genannt, Eltern veröffentlichten sogar Bilder von unschuldigen Personen. 

Was tun? 

Wie immer: erst einmal ruhig bleiben. In den meisten Fällen kennt die Polizei den Sachverhalt und hat schon selber auf Twitter oder Facebook den Vorfall beschrieben. Kurzes googeln hilft meist weiter. Dann die besorgten Eltern beruhigen, am besten mit der Triple-A Regel:

Solche Gerüchte sollten wir nicht weiter verbreiten. Ich habe Verständnis, dass einzelne hier besorgt sind. Die Polizei hat den Vorfall untersucht und ist an der Sache dran. Vor falschen Verdächtigungen sollten wir uns alle hüten. Hier der link zur Polizeimeldung: …..

Auf anschließende Kommentare wie "Willst Du dein Kind gar nicht beschützen?" nicht eingehen. Immer daran denken, es sind nur einzelne Personen die Panik machen wollen. Lieber noch mal die gleichen Sätze zurückschreiben. Irgendwann geben diese Personen auf.