Sommerloch Fakes – Von Sammy bis Klausi

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Jedes Jahr im Sommer kommt die nachrichtenarme Zeit. Journalisten freuen sich dann, wenn sie etwas finden, mit dem sie ihre Seite füllen können. Eine (nicht repräsentative) Auswahl zeigt: Tiere gehen immer. 

Ein Kaiman

Die „Bestie im Baggersee“, das „Ungeheuer von Loch Neuss“ – vor 20 Jahren begann in einem Baggersee südlich von Düsseldorf die Jagd auf Kaiman Sammy. Es war das Sommer-Spektakel des Jahres 1994 und die Mutter aller Krokodilmeldungen im jährlichen Sommerloch.

Besitzer Jörg Zars war sein Reptil bei einem Ausflug an den Baggersee ausgebüxt. Warum jemand mit seinem Krokodil einen Ausflug macht, wurde nie ganz geklärt. Die Jagd auf den damals 80 Zentimeter langen Kaiman mit den bernsteinfarbenen Augen hielt die Nation in Atem. Tagelang war das Badegewässer gesperrt.

Ein Wels

Monatelang hielt er die Republik in Atem. Von April bis Oktober 2001 geisterte Kuno, der Killer-Wels durch die Medien. Angeblich hatte der Raubfisch einen Dackel im Volksgarten-Weiher in Mönchengladbach in die Tiefe gerissen und verspeist. Doch nach der spektakulären Attacke wurde der Killer nicht mehr gesichtet.

Nun trieb er am Ufer des Weihers. Todesursache unbekannt. Der Fisch wog fast einen Zentner, war 150 cm lang. Nun wartet der Präparator und dann ein Ehrenplatz im Museum Schloss Rheydt auf Kuno. 

Eine Echse

2012 waren Einsatzkräfte tagelang auf der Suche nach Krokodil Klausi. Im bayerischen Schwandorf hatten Zeugen angegeben, im Klausensee ein etwa ein Meter langes Tier mit Schwanz und Krallen gesehen zu haben. Daraufhin wurde am See ein Badeverbot verhängt.

Nachdem die Suche nach dem Phantom erfolglos blieb, ging man davon aus, dass es sich um einen Biber handeln müsse. Wie sich zeigte, war auch diese Vermutung falsch: Ein Mann entdeckte am Ufer des Sees schließlich eine große Bartagame. Die Echsenart wird bis zu 50 Zentimeter lang.   

Eine Schildkröte

Großes Aufsehen erregte die Alligator-Schildkröte Lotti, die 2013 im Oggenrieder Weiher im bayerischen Markt Irsee vermutet wurde. Ein Junge hatte sich im Weiher eine schwere Achillessehnen- Verletzung zugezogen. Experten führten diese auf den Biss einer Alligator-Schildkröte zurück.

Die „Monsterschildkröte“ sorgte in Irsee wochenlang für Medienrummel, sogar eine Zeitung aus den USA berichtete. Die Gemeinde ließ extra das Wasser des Badesees ab, um den schlammigen Grund abzusuchen. Ob es tatsächlich eine Alligator-Schildkröte im Oggenrieder Weiher gegeben hat oder die Allgäuer nur einem Phantom nachjagten, konnte nie aufgeklärt werden.

Und dieses Jahr?

Leider scheint diese schöne Tradition zu Ende zu gehen. In den letzten Jahren waren so viele Fake News im Umlauf, da fällt es auch den Tieren schwer dagegen zu halten.

Überregionale Bekanntheiten gibt es nur noch selten. Aber mal abwarten, vielleicht gibt es dieses Jahr etwas Neues zu berichten. Wir bleiben dran!

Quellen