Der Sommer kommt – und die Wasserbetriebe verschwenden Wasser

Fließendes Wasser. Foto: Jean-Pierre Pellissier / Pixabay
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In Berlin und in anderen Städten kann man es an heißen Sommertage beobachten. Tanklaster der Wasserbetriebe lassen wertvolles Trinkwasser einfach so in den Gulli fließen. Passanten sind empört, im Netz häufen sich die Beschimpfungen. Was ist dran an der Verschwendung?

Die Deutschen sparen Wasser. Das ist trotz gegenteiliger Meldungen wie "Wasserspar-Irrsinn lässt Deutschlands Städte stinken" sinnvoll. Denn Trinkwasser muss in den meisten Fällen aufwändig behandelt werden. Das kostet Geld und verschlingt Ressourcen. Nur gibt es wie in fast allen Fällen auch Probleme.

Kanalnetz ist zu groß

Das Kanalnetz ist in vielen Bereichen überdimensioniert. Als es im vorherigen Jahrhundert gebaut wurde, war Wassersparen noch kein Thema. Erst als der Grundwasserpegel in vielen Gegenden zu sinken begann, musste umgedacht werden.

Weniger Wasserverbrauch bedeutet aber auch weniger Abwasser. Und weniger Abwasser bedeutet weniger Durchfluss in den Rohren, und das führt zu Problemen in den Leitungen und Abwasserkanälen. Leitungen verstopfen und außerdem bildet sich Gas, das den Beton der Leitungen angreift. Ergo: Sind die Rohre nicht ausgelastet, fängt die Kanalisation an zu stinken.

Wasserbetriebe müssen nachhelfen

Um Rückstände auszuspülen, müssen deshalb die Wasserversorger nachhelfen. In vielen Regionen wird für diesen Extraspülgang Trinkwasser eingesetzt. In einigen Fällen mussten Tanklaster eingesetzt werden. Verschwendung ist dies nicht. Es geht einfach nicht anders.

Quellen