1916: Seeschlacht vor dem Skagerrak

Eine Division des 2. Schlachtschiffgeschwaders der Grand Fleet: King George V. gefolgt von Thunderer, Monarch und Conqueror
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Die Seeschlacht vor dem Skagerrak war die größte Seeschlacht des Ersten Weltkrieges. Bis weit in die 60er Jahre hinein wurde diese Schlacht glorifiziert und als Beispiel für wahres Heldentum genutzt. Die Realität sah anders aus: über 8000 Seeleute kamen jämmerlich ums Leben und die Schlacht endete unentschieden.

Die Aufrüstung der deutschen Hochseeflotte vor dem ersten Weltkrieg sorgte für Spannungen. England fürchtete um seine Dominanz auf den Weltmeeren. Der deutscher Kaiser Wilhelm der II. war aber vernarrt in seine Schiffe. Gerne zeigte er sich auf dem Meer. Der Matrosenanzug wurde in ganz Deutschland populär.

Die Flotte war eigentlich sinnlos

Die Aufrüstung der deutschen Flotte war erklärtes Ziel. Und kostete dem Reich viele Milliarden Reichsmark. Zum Einsatz kamen die Schiffe aber während des ersten Weltkrieges so gut wie nie. Der Seekrieg wurde unter Wasser mit U-Booten geführt und weniger über Wasser.

Zudem war die deutsche Flotte zu schwach, um es mit den Briten aufzunehmen. Je länger der Krieg aber dauerte, desto größer wurde des Verlangen der Admiralität, einzugreifen. Am Nachmittag des 31. Mai 1916 war es soweit. Die deutsche und die britische Flotte trafen am Skagerrak aufeinander.

Eines der bekanntesten deutschen Propagandabilder "Der letzte Mann" von Hans Bohrdt. Der Verbleib des Bildes ist bis heute unklar
Eines der bekanntesten deutschen Propagandabilder "Der letzte Mann" von Hans Bohrdt. Der Verbleib des Bildes ist bis heute unklar

Die Schlacht endete unentschieden

Die Schlacht dauerte bis zum nächsten Tag. Dabei darf man sich den Ablauf nicht wie im Film vorstellen. Mangelnde Luftaufklärung, fehlerhafte Positionsbestimmung, schlechte Sicht und Mängel in der Ausrüstung führten eher zu einem "Stochern im Dunkeln" als zu einer geordneten Schlacht.

Die Schlacht endete mit schweren Verlusten für beide Seiten, beide Seiten beanspruchten aber den Sieg für sich. Die Deutschen hatten den Briten schwereren Verluste beigebracht, die Britische Grand Fleet war allerdings nach wie vor deutlich überlegen.

Nach der Schlacht waren noch 24 britische und zehn deutsche Schlachtschiffe einsatzfähig, was dem Kräfteverhältnis vor der Schlacht entspricht. An der strategischen Gesamtsituation hatte sich somit nichts geändert.

Ein heroischer Kampf?

Die Seeschlacht am Skagerrak wurde in den Jahren der Weimarer Republik von den rechten Parteien regelmäßig als großer Sieg gefeiert. In Wilhelmshaven fanden bis Ende der 1960er Jahre Skagerrakfeiern statt. Das Laboer Ehrenmal bei Kiel verherrlichte die Schlacht und wurde für die Nazis Aufmarschgebiet. Viele verherrlichende Gemälde, das bekannteste sicherlich "Der letzte Mann" von Hans Bohrdt, hingen in Stuben und Wohnzimmern.

Quellen