1948: Ende der Blockade Berlins

Entfernung einer Straßensperre in der Friedrichstraße nach der Blockade (Mai 1949). Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S85102 / Heilig, Walter / CC-BY-SA 3.0
twittertwitter

Waren technische Probleme die Ursache? 

Im Berlin der Nachkriegszeit drohte eine Katastrophe. Knapp ein Jahr lang, vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 unterbrachen die Sowjets die Versorgungswege der Alliierten. West-Berlin, das als Enklave in der sowjetischen Besatzungszone lag, konnte weder über Land- noch über die Wasserwege mit Lebensmitteln oder Kohle versorgt werden. Doch die Amerikaner wollten Berlin nicht so schnell aufgeben.

Schon am 26. Juni 1948 begann der Aufbau einer Luftbrücke. Ziel war, die Westsektoren Berlins komplett über eine Luftbrücke zu versorgen. Die Aktion wurde ein voller Erfolg. Die "Rosinenbomber" stellten die Versorgung sicher.

Berliner*innen beobachten die Landung eines „Rosinenbombers“ auf dem Flughafen Tempelhof (1948). Foto: Henry Ries.
Berliner*innen beobachten die Landung eines „Rosinenbombers“ auf dem Flughafen Tempelhof (1948). Foto: Henry Ries.

Begründung der Blockade

Natürlich musste die Blockade der Bevölkerung erläutert werden. Das einfachste Mittel: Fake News. 

Der amtliche Nachrichtendienst der von den Sowjets besetzten Zone lieferte die Begründung: „Die Transportabteilung der sowjetischen Militärverwaltung sah sich gezwungen, aufgrund technischer Schwierigkeiten den Verkehr aller Güter- und Personenzüge von und nach Berlin morgen früh, sechs Uhr, einzustellen“. Brücken müssten repariert werden, Straßen erneuert, Wasserwege saniert... technische Probleme halt. 

Den Westmächten gegenüber wurden in direkten Gesprächen eine andere Begründung geliefert. Begründet wurde die Blockade mit der Tage zuvor von den Westalliierten in der Trizone eingeleiteten Währungsreform. Die Blockade könne aufgehoben werden, wenn die Ergebnisse der Londoner Sechsmächtekonferenz "zur Diskussion gestellt" würden.

Doch allen Beteiligten und auch der Bevölkerung war klar, die Blockade war ein Druckmittel seitens der sowjetischen Seite um West-Berlin in das eigene wirtschaftliche und politische System einzuordnen. Langfristiges Ziel war, ganz Deutschland unter den Einfluss der Sowjetunion zu stellen. Die Blockade Berlins wird deshalb auch als „erste Schlacht des Kalten Krieges“ bezeichnet.

Glück gehabt

Wider Erwarten funktionierte die Luftbrücke. Nicht wenige Experten erwarteten einen Zusammenbruch der Luftbrücke, spätestens mit Einbruch der Winterzeit. Der Winter im vorhergegangenen Jahr war hart, Schnee und Eis hätten einen regelmäßigen Flugdienst unmöglich gemacht. Doch die Alliierten hatten Glück, der Winter wurde ungewöhnlich mild, die Versorgung klappte.

Zudem sorgte das Engagement für Anerkennung. Sonderaktionen wie zu Weihnachten 1948 und Ostern 1949, Gesten wie die vom Piloten Gail Halvorsen initiierte Operation Little Vittles (Süßigkeiten wurden aus den Flugzeugen abgeworfen) sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit brachten die Bevölkerung auf die Seite der Alliierten. Aus Besatzern wurden populäre Schutzmächte.

Insgeheim verhandelten daher seit Februar 1949 die Besatzungsmächte über eine Aufhebung der Blockade. Kurz vor Mitternacht vom 11. auf den 12. Mai 1949 wurden die Westsektoren wieder mit Strom versorgt und um 0:01 Uhr wurde die Blockade aufgehoben. Es dauerte aber bis zum Herbst 1949, bis die Verkehrswege wieder so offen standen, wie vor der Blockade.

Sieg auf ganzer Linie – für die Alliierten 

Und eine Niederlage der Sowjetunion. Blockade und Luftbrücke wurden zum Wendepunkt der Beziehungen zwischen den besiegten Deutschen und den Westalliierten. Die Westbindung der noch jungen Bundesrepublik wurde nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen der Blockade festgeschrieben.  

Quellen