2016: Karfreitag – alles verboten?

menschen tanzen auf einer tanzfläche. Foto: Ardian Lumi / Unsplash
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Am Karfreitag sind viele öffentliche Veranstaltungen verboten. Wirklich? Viele reagieren mit Unverständnis. Warum sollen sie an einem christlichen Feiertag mitmachen? Das Bundesverfassungsgericht fällte 2016 sein Urteil. 

Der Karfreitag gehört zu den sogenannten stillen Tagen. Es gelten besondere Einschränkungen wie das Tanzverbot. Diese verbietet alle öffentlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung, "außer wenn sie der geistig-seelischen Erhebung oder einem höheren Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung dienen und auf den ernsten Charakter des Tages Rücksicht nehmen". Davon betroffen sind teils auch Sportveranstaltungen, sowie in einigen Bundesländern auch bestimmte Kinovorführungen. 

Das Verbot kann auch "alle nicht-öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen" umfassen. So wurde einem Wirt in Köln untersagt, seine Räumlichkeiten für eine muslimische Beschneidungsfeier zu vermieten. 

Die Tage mit Tanzverbot werden von den Bundesländern festgelegt. Die Bestimmungen sind ja nach Bundesland unterschiedlich.

Rechtsstreit um Feiertag

Im Zuge des Rückgangs der Bedeutung von Kirche und Religion in Deutschland wird auch das Tanzverbot kritisiert. Das Bundesverfassungsgericht befasste sich zuletzt 2016 mit der Thematik. Es bestätigte die Anerkennung des Karfreitags als gesetzlicher Feiertag sowie seine Ausgestaltung als Tag mit einem besonderen Stilleschutz.

Ein generelles Tanzverbot, wie beispielsweise Bayern vorschreibt, ist aber verfassungswidrig. Durch ein solches Verbot würden die Versammlungs- und Weltanschauungsfreiheit verletzt. Jede Befreiungsmöglichkeit von vornherein auszuschließen, sei jedoch unverhältnismäßig. Ausnahmen müssten erlaubt sein. 

Folgen

Auch wenn die Auswirkungen des Gerichtsentscheids gering sein mögen. Ein Bundesland musste reagieren: Monty Python’s Kultfilm "Life of Brian" (Das Leben des Brian) durfte 2018 erstmals an einem Karfreitag in NRW gezeigt werden. Die Initiative "Religionsfreiheit im Revier" bekam eine Ausnahmegenehmigung für die Aufführung. Da kann man nur sagen: "chleudert den Purschen zu Poden".

Quellen