Jedes Jahr wieder: Darf der Osterhase noch Osterhase heißen?

Hase mit Ostereiern im Garten. Foto: Rebekka D / Pixabay
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Ein beliebter Aufreger zu jedem christlichen Fest: Angebliche Sprachverbote um religiöse Gefühle nicht zu verletzen. Zum Osterfest trifft es natürlich den Osterhasen. Dieser tauchte bei Karstadt als "Traditionshase" auf einem Kassenzettel auf. Grund genug, um den Untergang des Abendlandes an die berühmte Wand zu malen.

In den sozialen Medien werden Fotos von Kassenbelegen veröffentlichten, auf denen "Traditionshasen" ausgewiesen waren. Es geht dabei um den berühmten Osterhasen von der Firma Lindt. Dieser dürfe nicht mehr als Osterhase bezeichnet werden. Einzelne Nutze fügen noch die Nachricht hinzu, diese Anweisung käme direkt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Fake – seit Jahren schon

Die Auflösung ist profaner. Der Konzern teilte mit, dass schon seit 1992 die Osterhasen dieser Firma als Traditionshasen bezeichnet werden. Von einem Sprachverbot könne keine Rede sein. Zudem werde diese Nachricht seit Jahren zu jedem Osterfest wieder neu aufgetischt. Die angebliche Anweisung des Bundesamtes ist natürlich auch Quatsch. Diese geistert seit der Flüchtlingskrise als zusätzlicher Fake durch das Netz und ist reine Stimmungsmache. Fazit: Alles Fake.

Aber das Gute daran: Noch ein paar Jahre und man kann von einer neuen Ostertradition sprechen.

Was tun?

Wenn Sie auf diesen Fake treffen: Kurz durchatmen und überlegen, ob es wirklich zutreffen kann. Dann mit der Tripple-A Methode antworten:

Diese Geschichte geistert schon seit Jahren durchs Netz. Ich kann gut verstehen, dass hier Emotionen hochkochen. Aber einmal kurz googeln reicht, um diese Ostertradition als das zu entlarven, was sie ist. Ein moderner Fake.

Übrigens

Die erste Erwähnung des Osterhasen reicht ins Jahr 1682 zurück. Der Mediziner Georg Franck von Franckenau beschrieb damals das Phänomen, dass der Osterhase in bestimmten deutschen Regionen Eier versteckt, wo sie unter Gelächter und zum Vergnügen der Erwachsenen von den Kindern eifrig gesucht würden.

Quellen