Dschihad gegen Hunde?

Hund am Strand mit Ball. Foto: Andrew Pons / Unsplash
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In Netz kursieren Videos, die zeigen sollen wie Muslime Hunde aus angeblich religiösen Gründen misshandeln. Ein genaueres Hinsehen ergibt: Alles Fake News.

"Zunahme von brutaler Gewalt gegen Hunde in Deutschland" - "Verstümmelt, verbrannt, vergewaltigt: Hunde verenden für den radikalen Islam" – diese Nachrichten werden über Whats App und Facebook weiterleitet. Auch rechte Blogs und die AFD leiten solche Nachrichten gerne weiter. Doch was ist dran?

Die Geschichten

Die aktuellen Fakes zeigen als Beweis zwei Geschichten:

So wurde im Februar 2018 eine französischen Bulldogge von einem Syrer aus dem dritten Stock eines Wohnhauses geworfen. Laut Medienberichten hatte der 27-Jährige das Tier nach einem Streit mit einem Mitbewohner aus dem Fenster geworfen und wurde im August 2018 zu einer Geldstrafe verurteilt. Ein religiöses Motiv war nicht dabei.

Am Himmelsfahrttag 2018 zeigt ein Video zwei Gruppen von Jugendlichen, die am Dresdner Elbufer aneinandergerieten. Ein Beteiligter hatte zwei angeleinte Hunde dabei. Im Zuge der Auseinandersetzung tritt ein Mann einen der Hunde. Der Hintergrund ist nicht erkennbar. Auch in der Polizeimeldung war von Übergriffen auf Hunde keine Rede.

Fazit

Auch wenn die Bilder/Geschichten echt sind, fehlt es am angeblichen religiösem Hintergrund. Mit süßen Hundebildern Stimmung zu machen ist kein neues Phänomen. Schon lange kursieren im Netz Geschichten, wie Hunde oder Katzen (siehe den Fake von letzter Woche) von bestimmten marginalisierten Gruppen - Obdachlose, Menschen mit Migrationshintergrund, Randgruppen etc. - angeblich gequält oder misshandelt werden.

Der Hintergrund ist in den meisten Fällen sehr einfach: Bilder von süßen Tieren werden angeklickt, das schafft Aufmerksamkeit und manchmal auch Werbeeinnahmen. Und nicht zuletzt können damit auch politische Ideologien transportiert werden. In den USA werden seit Jahren mit Geschichten über Muslime und Hunde Stimmung gemacht.

Was tun?

Wenn Sie solche Nachrichten bekommen, erstmal wieder fünf Sekunden nachdenken und am besten kurz im Internet recherchieren. In den meisten Fällen findet man genug Material über den Hintergrund. Und dann entspannt antworten. Am besten mit der Triple-A Methode:

Diese Geschichten kursieren schon lange im Netz. Ich habe Verständnis für jeden, bei dem hier die Empörung hochschlägt. Denkt aber daran, dass hier Bilder und Geschichten aus dem Zusammenhang gerissen sind. Es handelt sich um einen billigen Versuch, Stimmung zu machen. Darauf sollten wir nicht reinfallen. Wer mehr wissen will: www.gegen-fake-news.de

Quellen