2000: Katzen im Glas – ein Fake, der sich immer noch hält

Katze versteckt sich unter einer Decke. Foto: Mikhail Vasilyev / Unsplash
twittertwitter

Die Geschichte sorgte für Empörung in den damals noch rudimentär ausgeprägten sozialen Medien. Fotos mit angeblichen Bonsai-Katzen machten die Runde. Die Fotos zeigten Katzen, die angeblich in Gläsern gehalten werden.

Die einen konnten herzlich lachen, andere nahmen die gefälschten Fotos Ernst und regten sich auf. Dabei handelte es sich nur um einen Scherz. Ob man's lustig findet oder nicht, ist jedem selbst überlassen.

Auslöser: Eine Internetseite 

Auslöser war die Internetseite www.bonsaikitten.com. Der Betreiber der Seite gab vor, Kätzchen mehrere Monate in kleine Glasbehälter zu sperren, wodurch die Tiere die Form der Behälter annähmen. Diese Bonsai-Katzen könne man auf der Seite bestellen und liefern lassen.

Diese Melone inspirierte zu den Bonsai-Katzen. Foto: Laughlin / Flickr / CC BY 2.0
Diese Melone inspirierte zu den Bonsai-Katzen. Foto: Laughlin / Flickr / CC BY 2.0

Der "Bonsai-Katzen Deutschland e.V." erklärt im Impressum den vermeintlichen Trend, Katzen in Einmachgläsern aufzuziehen, um sie zu formen:

Im Alter von wenigen Wochen sind die Knochen einer Katze noch nicht voll ausgehärtet. Sie sind extrem weich und biegsam. Diese Flexibilität des Katzenskeletts bedeutet: Wenn die Knochen vorsichtig in diesem frühen Alter geformt werden, können sie jede gewünschte Form annehmen. Um das zu erreichen, wird das noch junge Kätzchen in einen starren Behälter (idealerweise aus Glas) gesetzt. In der Wachstumsphase nimmt die Katze die Form ihres Behälters an.

Weltweite Proteste

Obwohl die Seite schon kurz nach Start als Hoax, als Scherzseite enttarnt wurde, protestierten Tierschützer auf der ganzen Welt gegen die Tierquälerei. Selbst das FBI wurde eingeschaltet. Auslöser waren übrigens Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Auch heute noch kursieren Petitionen, Facebook-Aufrufe und Kettenbriefe über WhatsApp, die auf die angebliche Misshandlung von Katzen hinweisen. Die ursprüngliche Seite ist inzwischen vom Netz genommen. Klar ist: Es wurden nicht wirklich Tiere gequält.

Quellen