1952: Stalins Angebot zur Wiedervereinigung. Echt oder ein Fake?

Porträt von Margarete Däumichen mit der Leipziger Volkszeitung. Foto: Rössing, Roger & Rössing, Renate, Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0 DE
twittertwitter

Am 10. März 1952 bot Stalin in einer so genannten "Note" dem Westen Verhandlungen zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten an. Ein wiedervereintes Deutschland sollte sich neutral verhalten und alle Besatzungstruppen würden aus Deutschland abgezogen werden.

Bundeskanzler Konrad Adenauer lehnte die Stalin-Note als Störmanöver ab. Die Note bezwecke, "die BRD auf den unfreien Status eines Satellitenstaates herabzuziehen und den Zusammenschluss Europas unmöglich zu machen". Er wollte deshalb alle Verhandlungen mit den Westmächten so fortsetzen, "als ob es die Note nicht gäbe". 

Echt oder nicht? 

Doch war es nur ein Störmanöver? Adenauer hätte ein rationales Motiv gehabt: Viele der Stammgebiete der SPD lagen auf dem Gebiet der DDR. Gemeinsame Wahlen hätten die Position der Konservativen gefährdet. Auf der anderen Seite war Stalins Taktik auch klar: Mit allen Mitteln die Westbindung der BRD zu verhindern. Von den Westmächten war eine sowjetische Aktion erwartet worden. Man wollte die Verhandlungen nicht stören, die Reaktionen waren verhalten.

Bis heute hält die Diskussion an, ob dieses Angebot Stalins ernst zu nehmen gewesen wäre und ob man die damalige Chance auf eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten verspielt habe. Auch die Archive der Sowjetunion geben bislang nichts preis. Fakt oder Fake? Diese Frage wird noch viele Forscher beschäftigen. 

Quellen