1969: Paul Cartney angeblich seit Jahren tot. Seitdem werden Lieder rückwärts gespielt

The Beatles
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Alles begann am 27. Oktober 1969 mit einem Anruf beim Sender WKNR-FM in Dearborn, Michigan. Ein Hörer behauptete Paul McCartney sei seit drei Jahren tot und wurde durch einen Doppelgänger ersetzt. Der Beweis, spielt man das Lied „Revolution 9“ vom „White Album“ rückwärts, kann man folgende Botschaft hören: „Turn me on, dead man“.

Die Geschichte stammte aus der Campuszeitung der University of Michigan, die als Scherz die Geschichte verbreitete, dass McCartney in einem Autounfall gestorben sei und die Band versuche, ihre Fans durch versteckte Zeichen auf den Vorfall aufmerksam zu machen. Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer

Auch andere Bands gerieten in den Sog. Kritiker und Fans spielten die Platten rückwärts. Und wenn man genau genug hinhörte, konnte jeder die Botschaft herauslesen, die er hören wollte. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker aller Art. Christliche Gruppen wollten Bands verbieten, Politiker berieten Maßnahmen gegen versteckte Botschaften.

Ernste Folgen

Bands wie die Rolling Stones, AC/DC oder Queen mussten sich in den folgenden Jahren gegenüber Vorwürfen wehren, sie würden versteckte Botschaften in ihren Liedern unterbringen. Durchaus mit ernsten Hintergründen. Die Band Judas Priest wurde 1990 in Nevada von den Eltern zweier Söhne verklagt, die einen Todespakt geschlossen hatten. Die verzweifelten Kläger behaupteten, dass unterschwellige Botschaften in dem Priest-Song „Better By You, Better Than Me“ ihre Kinder in den Freitod getrieben hätten. Die Anklage wurde wegen unzureichender Beweise abgewiesen.

Neue Fakes zu erwarten

Mit dem Aufkommen der CD ebbte der Trend ab, auch zeigten Studien, dass die Idee versteckter Botschaften nicht funktioniert. So einfach sind die Menschen dann doch nicht zu beeinflussen. Seit der Digitalisierung der Musik ist es aber wieder einfacher geworden, Musik rückwärts abzuspielen und versteckte Botschaften zu finden. Es gehört nicht viel dazu, um vorherzusagen, dass in naher Zukunft die nächsten Fakes zu diesem Thema um die Welt gehen werden. 

Übrigens: Der bewusste Einbau rückwärtslaufenden Tonmaterials in einen Song wird „Backmasking“ genannt. Viele Bands machten sich seit der Geschichte einen Spaß daraus, ihre Fans mit versteckten Botschaften zu überraschen. Eine Anleitung um Songs rückwärts zu spielen finden Sie hier.

Quellen