1920: Der Kapp-Putsch

Truppen der Regierung Kapp auf einem Lastwagen am Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1970-051-65 / Haeckel, Otto / CC-BY-SA 3.0
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Am 13. März 1920 begann der Marsch auf Berlin. Ein konterrevolutionärer Putschversuch gegen die nach der Novemberrevolution geschaffene Weimarer Republik. Anführer war General Walther von Lüttwitz. Begleitet von Fake News und Verschwörungstheorien brachte der Putschversuch das republikanische Deutsche Reich an den Rand eines Bürgerkrieges.

Zuvor, am 10. Januar 1920, war der Versailler Vertrag in Kraft getreten. Damit musste die Reichswehr nun von 250.000 Mann auf 100.000 Mann verringert werden, die Freikorps sollten aufgelöst werden. Viele Soldaten fürchteten ihre Entlassung. Am 29. Februar löste dann der Reichswehrminister Gustav Noske zwei große Freikorps auf: die Marine-Brigade Ehrhardt und die Marine-Brigade von Loewenfeld. 

Walther von Lüttwitz war kommandierender General des Reichswehrgruppenkommandos I in Berlin. Er verlangte am 10. März 1920 von Reichspräsident Ebert die Rücknahme des Auflösungsbefehls. Ebert wies dies ab.

Flugblatt mit Aufruf der SPD zum Generalstreik
Flugblatt mit Aufruf der SPD zum Generalstreik

Marsch auf Berlin

Lüttwitz fuhr nach Döberitz und führte die meuternde Brigade Ehrhardt in Richtung Berlin. Dramatische Tage folgten. Gerüchte und Fake News grassierten in Berlin. Selbst Berliner Abendzeitungen brachten Meldungen über einen bevorstehenden Putsch der Brigade Ehrhardt. Die Regierung musste aus Berlin fliehen.

Generalstreik lässt den Putsch scheitern

Am 13. März erklärte Wolfgang Kapp die Reichsregierung für abgesetzt und ernannte sich selbst zum Reichskanzler. Die SPD rief aus Protest gegen die Absetzung der Regierung zum Generalstreik auf. Im Ruhrgebiet beschlossen KPD, USPD und SPD ein Bündnis gegen die Putschisten und riefen zur "Diktatur des Proletariats" auf. Nach fünf Tagen brach der Putsch zusammen. Kapp floh am 17. März.

Kapp wurde später gefasst und verhaftet. Noch vor seinem Prozess verstarb er im Juni 1922. Viele Anführer des Putsches setzten sich nach Bayern ab und betrieben von dort aus den Sturz des verhassten Systems weiter. Lediglich ein Täter erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren Festungshaft – damals die mildeste und ehrenhafteste Form des Freiheitsentzuges bei Vergehen und Verbrechen.

Quelle