Die „Spinne in der Yucca-Palme“ wiederentdeckt

"falsche" Witwe m Gartencenter gefunden. Foto: Shelby Miller / Unsplash
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Die Spinne in der Yucca-Palme ist ein Klassiker der Fake-Geschichte. Forscher fanden jetzt in Gartencentern tatsächlich giftige Spinnen, eingeschleppt von den Kanaren. Grund zur Panik besteht aber nicht. 

Die "falsche Witwe" (Steatoda nobilis) sieht der giftigen Schwarzen Witwe zum Verwechseln ähnlich. In Deutschland hätten sich zwei Populationen der falschen Witwe in Gartencentern niedergelassen, berichtet Tobias Bauer vom Naturkundemuseum in Karlsruhe: "Die Tiere finden es einfach dort angenehm". 

Es gab leider kein freundliches Bild der "falschen Witwe", drum haben wir uns an dieser Stelle für die überaus fotogene Springspinne entschieden. Foto: ROverhate / pixabay.com
Es gab leider kein freundliches Bild der "falschen Witwe", drum haben wir uns an dieser Stelle für die überaus fotogene Springspinne entschieden. Foto: ROverhate / pixabay.com

Ein Klassiker jetzt in echt?

Die falsche Witwe ist ursprünglich auf der portugiesischen Insel Madeira sowie auf den Kanarischen Inseln heimisch. Wissenschaftler fanden heraus, dass die falsche Witwe wohl nicht wie bisher angenommen in Bananenkisten um die Welt reiste, sondern sich mit dem Pflanzenhandel verbreitet, vor allem mit Kakteen.

Ein Biss der Spinnenart, die sich weltweit ausbreitet, kann ziemlich schmerzen. Wirklich gefährlich wird sie dem Menschen aber nicht.

Was Tun?

Wer auf diesen Klassiker trifft, kann entspannt antworten. Die meisten Menschen kennen den Klassiker. Mit der Triple-A Methode: 

Die Geschichte mit der giftigen Spinne ist ein Klassiker. Ich kann gut verstehen, wenn man Angst vor unbekannten Spinnen hat, anfassen würde ich die auch nicht. Aber gefährliche Spinnen sind wirklich selten, selbst in Gartencentern. Mehr dazu findest Du unter www.gegen-fake-news.de.

Quellen

Hintergrund zu giftigen Spinnen

Die Ammen-Dornfinger und die Wasserspinne sind die einzigen mitteleuropäische Spinnen, deren Biss für den Menschen medizinisch relevante Folgen haben kann. Die Spinnen können mit ihrem Giftbiss die menschliche Haut durchdringen. Bei fast allen anderen einheimischen Spinnenarten sind die Giftklauen dafür zu kurz und/oder fragil. 

Die Bisse der beiden Arten werden gelegentlich kaum wahrgenommen, sind meist aber als ähnlich schmerzhaft wie ein Wespen- oder Bienenstich. Selten sind schwerere Verläufe mit Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, leichtem Fieber oder Kreislaufversagen. Berichte über dauerhaftere Schädigungen oder gar Todesfälle gibt es nicht. 

Auch bei der berühmten schwarzen Witwe (Latrodectus mactans) sind Todesfälle nur selten zu beklagen. Der Biss wird aber als sehr schmerzhaft beschrieben, und geht einher mit Schwindel und Schweißausbrüchen. Gefährlich können im Ausnahmefall die Bisse für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sein. In Deutschland kommen keine Populationen vor. Anfang des Jahres 2009 wurde in Groß-Gerau in Hessen eine weibliche L. mactans an Frachtstücken aus Chicago gefunden, In Belgien und Frankreich existieren Populationen eingeschleppter und entlaufener Arten.

Quellen