Grippe-Warnung über WhatsApp: Fake oder Wahrheit?

Regenwetter. Foto: Anjana Menon / Unsplash
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Durch Deutschland rollt die Grippewelle und Warnungen werden über Social-Media Kanäle versendet. An sich ein guter Weg. Nur werden diese Nachrichten auch genutzt, um Ängste zu schüren. Ernst nehmen oder ignorieren?

Viele Eltern reagieren besorgt bis panisch. Die Nachricht: Es handele sich um einen Virus, der Anzeichen einer Grippe zeige und man solle sofort ins Krankenhaus fahren, da bereits Kinder verstorben sind. Auch wenn Krankenhäuser einen wieder nach Hause schicken, solle man hartnäckig bleiben. Innerhalb von 24 Stunden führe der Virus von den ersten Anzeichen zum Tod. Besonders perfide: Inzwischen richten sich diese WhatsApp-Nachrichten auch an Kinder, diese sollen ihre Geschwister im Auge behalten. 

Was Tun?

Ruhe bewahren! Und antworten mit der Triple-A Methode:

Die Grippe ist eine ernste Angelegenheit – jedes Jahr wieder. Ich habe Verständnis für Warnungen, aber bitte keine Panikmache. Diese Nachricht geistert jedes Jahr durch diese Kanäle und ist ein Fake (mehr dazu: siehe www.gegen-fake-news.de). Die Regeln sind ansonsten einfach: Bei Verdacht zum Arzt, regelmäßig Händewaschen und als Risikogruppe über eine Impfung nachdenken. Seriöse Infos findet Ihr auch hier: https://grippeweb.rki.de

Ein Beispiel solch einer Falschnachricht. Foto: mimikama.at
Ein Beispiel solch einer Falschnachricht. Foto: mimikama.at

Weitere Infos

Die Grippe ist auch heute noch sehr ernst zu nehmen! "In der 7. Meldewoche (MW) 2019 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 22.813 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt (Datenstand: 20.2.2019 - https://influenza.rki.de)".

Die realen Fallzahlen liegen wahrscheinlich sehr viel höher. Die Statistik gilt dennoch als guter Gradmesser für die Grippe-Entwicklung. In der vergangenen schweren Grippesaison waren rund neun Millionen Menschen wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen. Vermutlich starben mehr als 20.000 Menschen durch Grippe, vor allem Ältere mit Vorerkrankungen. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung allen Menschen ab 60 Jahren, allen Schwangeren ab dem 2. Trimester, medizinischem Personal, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie Menschen mit bestimmten Krankheiten. Gesunden Erwachsenen unter 60 wird die Impfung nicht ausdrücklich empfohlen, sie können sich aber ebenfalls impfen lassen. Gleiches gilt für Kinder ab sechs Monaten.