Februar 1919: Kurt Eisner wird erschossen

Kurt Eisner - Auf dem Weg zur Rücktrittserklaerung 1919
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Am 21. Februar starb Bayerns erster demokratisch gewählter Landeschef durch Waffengewalt. Der 22-jährige Leutnant Anton Graf Arco, ein glühender Antisemit und Rechtsextremist, hatte den Landesvater in der Münchener Innenstadt erschossen. Eine Folge der über Eisner verbreiteten Fakes? 

Kurt Eisner wurde am 14. Mai 1867 in Berlin geboren. Er war von 1898 bis 1917 Mitglied der SPD und vom 8. November 1918 bis zu seinem gewaltsamen Tod der erste Ministerpräsident des Freistaats Bayern.

Gerüchte wurden immer wieder abgedruckt

Die extreme Rechte hatte schon einen Tag nach der Wahl mobil gemacht. Eine Hetzkampagne in den Nachrichten begann. Durch den fest in der Mitte der Gesellschaft verankerten Antisemitismus hatten die Gegner Eisners leichtes Spiel: "Eisner war einer der übelsten Vertreter des Judentums…. In hervorragender Weise vereinigen sich in ihm die Eigenschaften seiner Rasse".

Besonders perfide war das Gerücht, Eisner sei gar nicht in Deutschland auf die Welt gekommen. Obwohl Eisner in Berlin geboren worden war und auch seine Eltern aus Berlin stammten, wurde der Fake immer wieder zitiert. Die Kölnische Volkszeitung bezeichnete Eisner als "hergelaufenen, rassefremden Eindringling". 

Vergleiche zu heute

Für den Attentäter reichten die Gerüchte aus: "Eisner…. Ist Bolschewist, ist Jude, ist kein Deutscher, fühlt nicht Deutsch, untergräbt jedes vaterländische Denken und Fühlen, ist ein Landesverräter". So tönte der Attentäter nach seiner Tat. Ein Fake mit aktuellen Bezügen. Auch der ehemalige Präsident der USA, Barack Obama, sah sich einer Verleumdungskampagne seitens seiner Herkunft ausgesetzt. Trotz vorgelegter Geburtsurkunde glaubten im Wahlkampf 2012 mehr als 45 Prozent der Republikaner, Obama sei im Ausland geboren. Nur 33 Prozent der Befragten glauben, er sei in den USA geboren worden. 

Quellen