1998: Die Oregon Petition

Hochwasser. Foto: Hans / pixabay
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Wissenschaftler zweifeln angeblich den Klimawandel an. Ein Fake mit Folgen!

Eine Petition gegen den menschengemachten Klimawandel – hinter der angeblich 15.000 Wissenschaftler stehen. Die sogenannte "Oregon-Petition" wurde von 1998 von einem kleinen, privaten "Oregon-Institut für Wissenschaft und Medizin" gestartet. In den sozialen Netzwerken war sie zeitweise die meistverbreitete Meldung zum Klimawandel überhaupt. Auch heute noch kursiert diese Meldung auf den einschlägigen Seiten und Blogs. Obwohl längst widerlegt. 

Erstmals veröffentlicht wurde die "Oregon-Petition" wenige Monate nach dem historischen UN-Klimagipfel von Kyoto 1997 und drei Jahre, nachdem der Weltklimarat IPCC in seinem Zweiten Sachstandsbericht die Erkenntnisse vieler tausend Forscherinnen und Forscher zum menschengemachten Klimawandel zusammengefasst hatte.

Die japanische Stadt Kyoto, der Verhandlungsort des nach ihr benannten Klimaschutz-Protokolls. Foto: Fancycrave / Unsplash
Die japanische Stadt Kyoto, der Verhandlungsort des nach ihr benannten Klimaschutz-Protokolls. Foto: Fancycrave / Unsplash

Kritiker zeigten schon früh Ungereimheiten auf

Unterschreiben durfte jede*r, mit einem wissenschaftlichen Abschluss. Laut der OISM-Internetseite gilt jede Person, die einen Bachelor-, Master- oder Doktortitel in einem mit den Naturwissenschaften verwandten Fach hält, als Wissenschaftler. Allein die amerikanischen Unis haben jedes Jahr geschätzte 10 Mio. Absolvent*innen. Bei einer Reihe der Unterzeichnenden fand man zudem gar keine Bestätigung für ihre tatsächliche Existenz oder den behaupteten akademischen Abschluss.

Die Petitions-Website listet die (von Unterzeichnern selbst angegebenen) Qualifikationen auf: Bloß 39 stammten demnach aus der Klimatologie – also lediglich rund ein Tausendstel aller Unterzeichnenden und nur ein Bruchteil der Klimaforscher*innen, die an den regelmäßigen IPCC-Reports mitarbeiten. 

Auch wurden die Personen nicht überprüft. Als Journalisten nach Veröffentlichung der Petition die Unterschriften überprüften, stießen sie auf etliche Scherz-Namen: So stand beispielsweise ein Mitglied der britischen Pop-Gruppe Spice Girls auf der Liste ("Dr. Geri Halliwell") oder fiktive Charaktere aus den erfolgreichen TV-Serien M*A*S*H und Star Wars.

Auch heute noch aktiv

Als die Initatoren 2008 erneut an die Öffentlichkeit gingen, sprachen sie von mehr als 31.000 "amerikanischen Wissenschaftlern". Demgegenüber stehen die Erkenntnisse der tatsächlichen Klima-Experten: eine überwältigende Mehrheit (mehr als 97 Prozent) ist vom menschengemachten Klimawandels überzeugt. Und dieselbe, eindeutige Position vertreten unzählige Akademien der Wissenschaften und Wissenschaftsfachverbände aus aller Welt.

Trotzdem dient diese Petition auch heute noch Klimaleugner aus aller Welt als Beweis, dass sich die Wissenschaft nicht einig sei. Und auch bei vielen Bürgerinnen und Bürgern hat diese Sichtweise immer noch Bestand. 

Quellen