1903: Protokolle der Weisen von Zion

Gerichte bestätigten die Fälschung. Trotzdem kursieren die Protokolle heute noch. Foto: WilliamCho/Pixabay
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Wer die Protokolle von Zion verfasste, ist unbekannt. Obwohl bereits 1921 als Fake News entlarvt, geistert diese antisemitische Textsammlung seitdem um die Welt. 

Das zaristische Russland ist unter Druck. Da kommen angebliche Feinde von innen gerade recht als Entschuldigung für Korruption, Willkürherrschaft und dem Niedergang des Reiches. Die Presse ist stramm judenfeindlich getrimmt. In dieser Atmosphäre wird eine Textsammlung veröffentlicht, die angebliche Mitschriften jüdischer Geheimsitzungen mit dem Ziel der "Weltherrschaft des Judentums" zeigt. Eine plumpe, schwer zu lesende Fälschung. 

Früh erkannt

Bereits 1921 wurden die Texte in der Londoner "Times" als Fälschung entlarvt. Viele andere Untersuchungen bestätigten dies. Im berühmten Berner Prozess von 1933-35 wurden die Ergebnisse bestätigt. Das Urteil kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei dieser Schrift um ein Plagiat und "Schundliteratur" handelt.

Doch trotzdem verbreitete sich der Text in Deutschland und international. Bis 1933 erschienen in Deutschland insgesamt 33 Ausgaben des Textes, durch Übersetzungen wurden die "Protokolle" in den 1920er Jahren aber auch in Frankreich, Großbritannien sowie den USA bekannt. 

Noch heute beziehen sich viele Antisemiten und Verschwörungstheoretiker auf diese "Protokolle". Vor allem in Russland und in arabischen Ländern kursieren diese Schriften auch heute noch.

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