Döner und Gammelfleisch

Der Döner als Mittelpunkt von Verschwörungstheorien. Foto von FreeToUseSounds / pixabay
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Zum Auftakt gibt es einen Klassiker. "Achtung Achtung – im Döner wimmelt es". Diese Nachricht geistert seit Jahren durch WhatsApp und vorher schon durch diverse Foren und Email-Verteiler.

"Achtung Achtung - hier eine Nachricht, die ihr beachten solltet. Seit in der nächsten Zeit vorsichtig und schaut euch euren Döner genau an: Eine Studie der deutschen Lebensmittelkontrolle hat bei Qualitätsüberprüfungen festgestellt, dass in jedem zehnten Kebab Wurmeier zu finden sind. Diese Eier und entstehenden Larven sind gegen Magensäure resistent! Sie haben die gleichen Eigenschaften wie unser heimischer Fuchsbandwurm, das heißt sie fressen sich langsam durch den Körper zum Gehirn. Diese Eier entstehen durch das lange Warmhalten am Spieß."

Der Döner als Mittelpunkt von Verschwörungstheorien. Foto von Wikimedia Commons
Der Döner als Mittelpunkt von Verschwörungstheorien. Foto von Wikimedia Commons

Fakes funktionieren meist durch Ängste

Der Preiskampf beim Döner ist hart. Verbraucher entscheiden über den Preis – und der soll möglichst niedrig sein. So kommt es immer wieder zu Verstößen gegen das Lebensmittelrecht. Es werden billigere Fleischarten verwendet, der Ware wird stärkehaltige Bindemittel zugesetzt oder es wird das Fleisch vom Vortag wiederverwendet. Aber Würmer?

Jede Nachricht über hygenische Mängel beim Döner sind ein willkommener Anlass diese alte Geschichte wieder aufzuwärmen. Fakes funktionieren dann am besten, wenn ein wahrer Kern vorliegt. Dass es diese Würmer gar nicht gibt und das manchmal beigefügte Foto einen tropischen Wurm zeigt, geschenkt. Der Fake funktioniert, denn dahinter steckt die Angst vieler Menschen vor dem Unbekannten. In diesem Falle ausländisches Essen.

Dabei ist der Fake schon so lange im Umlauf, dass Verschwörungstheorien dazu entstanden sind: Türkische Medien vermuteten eine Verschwörung westlicher Fastfood-Unternehmen hinter dieser Geschichte. Das Massenblatt "Sabah" witterte eine "Schmutzkampagne" und bezeichnet sie gar als "Schande der Menschheit". "Hürriyet" verkündete: "Den Döner wirft niemand von seinem Thron".

Was Tun?

Dieser Fake ist schon so alt, dass der Hinweis darauf ausreicht. Aber Vorsicht – einfach den Absender lächerlich machen funktioniert nicht. Nach der Methode: "Lieber Bernd, der ist schon so alt, der hat einen Bart bis Wuppertal." Stattdessen lieber mit System antworten.

Beispiel (nach der Triple-A Methode):

Liebe Bernd,

diese Nachricht habe ich auch schon erhalten. Angesichts der Fleischskandale in der letzten Zeit sollte man sich wirklich überlegen, wo unser Essen herkommt. Die Geschichte mit den Würmern habe ich gleich mal gegoogelt. Die ist schon seit mehr als zehn Jahren im Umlauf. Siehe hier: www.gegen-fake-news.de.

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